Seelenhaus

5 Tipps zur Selbstheilung

Nach dem Ende einer toxischen Beziehung musst Du heilen. Schliesslich hast du einiges hinter Dir, viele Wunden müssen heilen. Es sind Wunden, die niemand sehen kann, aber du kannst sie fühlen. Das macht die Heilung schwierig. 5 Tipps damit die Selbstheilung gelingen kann:

1. Gib Dir Zeit

Der wohl wichtigste Punkt: Zeit und Geduld. Es wird nicht auf Anhieb klappen. Du wirst dich eine Weile schlecht fühlen, du wirst dich eine Weile schuldig fühlen. Aber halte Dir bitte immer vor Augen: Es ist nicht deine Schuld und es wird vorbeigehen. Viele von uns haben den Druck, die Erniedrigung und die Verletzungen (gleich welcher Art) über Wochen, Monate und Jahre ertragen. Heilung tritt da nicht am Tag eins nach Neustart ein.

Sei geduldig mit Dir selbst und gibt Dir Zeit und Raum zum trauern, zum wütend sein und dann zur Heilung. Es bedarf keines Pflasters und einmal pusten, was wir zu verarbeiten haben ist tiefer und schwerer. Also gestehe Dir selbst zu mehrere Anläufe zu brauchen bis etwas funktioniert.

2. Suche Dir Hilfe

Egal ob Du physische und/oder psychische Gewalt erlebt hast: Hol Dir Hilfe. Du wirst es allein nicht schaffen, egal wie stark du bist. Es ist nicht so, dass Du es nicht kannst. Es ist vielmehr so, dass Du eine helfende Hand brauchst um alles zu verarbeiten und vor allem um Dich selbst wiederzufinden. Und das geht nun einmal besser mit professioneller Hilfe. Ich habe eine Traumatherapie gemacht und danach eine Persönlichkeitstherapie. Alleine wäre ich nie soweit gekommen. Egal ob du mit einem Therapeuten sprichst oder zunächst zu einer Frauenberatungsstelle gehst: Sprich es aus und mach es greifbar. Eine Liste erster Anlaufstellen findest du hier: Nein zu Gewalt und Missbrauch .

3. Sei ehrlich zu Dir selbst

Wahrscheinlich gibt es 11287454 Dinge die in diesem Moment wichtiger sind als Du. Schliesslich bist Du es nicht mehr gewöhnt in Dich hineinzuhören. Eine lange Zeit unseres Lebens haben wir dem toxischen Partner alles recht gemacht, haben uns angepasst und funktioniert. Wenn du in Dich hineinhorchst, was hörst du dann? Sei ehrlich zu Dir selbst und versuche nicht Dir auszuweichen. Versuche zu verstehen warum du in so eine Abhängigkeit geraten bist und wieso du es ertragen hast. Die Antwort ist nicht schön, aber sie ist ehrlich. Damit kannst du arbeiten: an Dir selbst. Nur, wenn Du endlich anfängst auf Dich zu hören und Dich kennen zulernen, wirst du nicht wieder in eine toxische Beziehung geraten.

4. Tue etwas für Dich

Auch ein Aspekt der gerne ignoriert wird. Es gibt diesen altbekannten Spruch: Wenn es den anderen gut geht, dann geht es mir auch gut. Ein klassischer „Mutter“-Spruch. Weisst du was? Das ist nicht wahr. Du solltest nicht nur, nein Du MUSST etwas nur für Dich tun. Die Me-Time (hier habe ich darüber bereits geschrieben: Die Seele baumeln lassen – Me-Time ) ist wichtig, damit Du aufladen kannst und Kraft tanken kannst. Schenk Dir etwas Schönes und erfreue dich daran, manchmal liegt das Glück im Kleinen. Aber der Nutzen hieraus ist unbezahlbar und sehr wichtig.

5. Schaffe Perspektiven

Ohne Ziel ist der Weg chaotisch. Das kann seinen Reiz haben, ist aber für jemanden der ohnehin noch einen sehr vollen Rucksack mit sich herumschleppt nicht ratsam. Mache Dir Gedanken über die Dinge, die du in deinem Leben erreichen möchtest. Aber Vorsicht: es geht nur um DEIN Leben und DEINE Ziele. Hast du Träume? Wünsche? Wie stellst du Dir deine Zukunft vor? Schreib es auf und setze Dir Ziele. Mache diese erste Liste bewusst ohne Zeitangaben. Das gibt Raum für erste Schritte und macht keinen Druck. Wenn du schon immer mal auf einem Berg stehen wolltest, such dir einen raus. Plane eine Reise. Wenn du ein Alpaka streicheln möchtest, googel nach Alpakafarmen und fahr hin.

Perspektiven schaffen Ziele und Ziele schaffen Anreize.

Viele Schritte sind schwierig und viele wirst du wiederholen müssen. Das ist einfach eine Tatsache. Aber hey, Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und laufen hast du auch nicht in zwei Minuten gelernt. Es braucht Zeit und die hast Du, genaugenommen den Rest deines neu gewonnen Lebens. Pack es an!

 

Über den Autor

Die Stehauffrau bloggt über das Leben nach toxischen Beziehungen, die schönen Dinge des Lebens und den Weg dorthin. Stehauffrau steht für eine Frau die den Weg vom Opfer zur selbstbestimmten Frau gegangen ist.

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