Kunterbunt

Dankbarkeit für ein neues Leben

Vor ein paar Tagen habe ich meinen 2. Geburtstag zum dritten Mal „gefeiert“. 3 Jahre sind vergangen, mit vielen Tiefen, aber auch vielen Höhen. Es war ein langer Weg bis hierher, bis zu mir. Ich begehe diesen Tag jedes Jahr nur für mich, es ist im Prinzip mein zweiter Geburtstermin. Der Tag, an dem ich vor drei Jahren flüchtete und im Laufe der vielen Jahre ankam – bei mir. Dieses Jahr möchte ich ein wenig mit euch teilen. Ich bin dankbar für inzwischen 1095 Tage neues Leben.

 

Danke!

 

Ich bin dankbar für dieses neue Leben, diese neuen Chancen und die Erfahrungen die ich machen konnte.

Dankbar dafür endlich bei mir angekommen zu sein.

Dankbar am größten Tiefpunkt meines Lebens gewachsen zu sein.

Dankbar aus tiefen Wunden etwas starkes, sicheres geschaffen zu haben.

Dankbar für jeden Schritt weg von Manipulation, Demütigung und Schmerz.

Dankbar für den Weg zu einem ehrlichen, schönen Leben.

Dankbar für jeden Moment ohne Angst, Panik und Schmerz.

Dankbar für die Möglichkeit nur ich selbst zu sein.

Das hätte ich nicht geschafft ohne die Menschen, die inzwischen zu meinem Leben gehören. Die so viele schöne Momente mit mir geteilt haben, die erkannt haben wie es mir geht und mir trotzdem jedes Mal die Hand gereicht haben. Jenen, die hingeschaut, zugehört und manchmal auch nur geschwiegen haben. Den Menschen, denen ich nichts beweisen muss um meinen Wert für sie zu erfassen. Allen, die meine Gesellschaft ganz ohne Forderungen geniessen wollen. Jeder von euch findet sich hier wieder und jeder auf seine Weise. Jeder von euch hat mich ein Stück begleitet, manche große Etappen und andere kleinere Abschnitte. Und jeder von euch war und ist mir wichtig. Neben den Menschen die zu meinem „engeren Kreis“ gehören sind es aber auch jene, die im Hintergrund arbeiten. Meine Therapeutin, das Frauenhaus, die Beratungsstelle und so viele mehr.

Ich bin auch dankbar für die Menschen, die mich Lektionen gelehrt haben. Jene die mich ausgenutzt haben oder es wollten. Jene, die glaubten sie wären mehr wert als ich und stünden über mir. Denen, die geurteilt haben ohne eine Ahnung zu haben worüber sie da eigentlich reden. Denjenigen, die mich niedergemacht haben und dann von mir erwartet haben ihnen zu verzeihen. Auch an euch bin ich gewachsen und werde das zukünftig weiter tun. Aber diese Male war es nicht verletzend, diese Male war es eine Lektion. Jede für sich und jede lehrreich.

Ich weiss ich hätte den Weg nicht alleine geschafft und ich bin dankbar für jede Hilfe die ich erhalten habe. Ich versuche nach wie vor davon etwas zurückzugeben ohne mich in der Schuld zu fühlen.

Ja, ich bin dankbar mich gefunden zu haben. Für das Verständnis aus einer Krise etwas großartiges geschaffen zu haben: Mein Leben. Eines was lebenswert ist. Dankbar für jedes Gefühl was zurückkam, für jede Träne die ich weinen musste um mich zu reinigen. Für jeden Schmerz der mich zur Heilung begleitet hat. Die letzten 3 Jahren waren lehrreich, vieles was für andere selbstverständlich ist musste ich erst (wieder) lernen. Und darauf bin ich stolz.

Danke!

Über den Autor

Die Stehauffrau bloggt über das Leben nach toxischen Beziehungen, die schönen Dinge des Lebens und den Weg dorthin. Stehauffrau steht für eine Frau die den Weg vom Opfer zur selbstbestimmten Frau gegangen ist.

(3) Kommentare

  1. Kleinstadtkino (Bine) sagt:

    Vielen Dank für deine Offenheit, deine positive Sicht, deinen Blog hier! ♡

    1. Vielen Dank! <3

  2. […] es eben auf die Situation an. 374. Wofür bist du dankbar? Für mein neues Leben, siehe auch: Dankbarkeit für ein neues Leben 375. Sind Komplimente von Leuten, die du nicht gut kennst, wichtig für dich? Komplimente finde […]

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