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Doctor Foster – Destruktive Beziehungen und deren Auswirkungen

Manche Serien gehen einem unter die Haut, weil man genau weiss was die Figuren gerade fühlen, was sie denken und wie es ihnen geht. So ist es mir bei der Serie „Doctor Foster“ gegangen. Keine seichte Unterhaltung, daher an dieser Stelle auch eine

**Triggerwarnung**

Was destruktive Beziehungen mit und aus einem Menschen machen können wissen viele von uns aus eigener Erfahrung. Dieser Art von Schmerz vergisst man nicht. Als ich Doctor Foster geschaut habe, hatte ich mehrmals den Impuls einfach auf Stop zu drücken. Aber ich konnte nicht und ich wollte auch nicht. Da ich selbst in einer destruktiven Beziehung gefangen war, wusste ich, was da gerade passiert. Aber ich denke auch, dass diese Serie helfen kann bei der Verarbeitung eigener Erlebnisse. Sie eröffnet Perspektiven, manchmal deckt sie längst verdrängtes auf und sie gibt auch Hoffnung.

Als Übersicht hier einmal der Trailer:

Seifenblasen platzen

Kurze, grobe Übersicht: Emma Foster lebt ein glückliches Leben, denkt sie. Bis sie eines Tages ein Haar an der Kleidung ihres Mannes entdeckt. Der reine Verdacht, das komische Bauchgefühl bestätigen sich: er hat eine Affäre. Das für sich genommen wäre wahrscheinlich zu verarbeiten, man hätte damit umgehen können, irgendwie. Aber ihr ganzes Leben entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Luftblase. Alles ist ein Fake. Eine Illusion. Eine destruktive Ehe mit einem manipulativen Mann, unehrliche Freundschaften und Kollegen ohne Kollegialität.

Die Folgen einer Illusion

Die Autoren der Serie hatten wohl Medea als grundlegendes Thema im Kopf. Aber eigentlich geht es um viel mehr. Um das, was aus einem Menschen wird, der plötzlich vor den Scherben seines Lebens steht. Um die Hilflosigkeit, wenn man realisiert wie man abgewertet wurde, benutzt wurde. Um die innere Leere die einen auffrisst, wenn man die Wunden auf der Seele spürt. Drohungen und auch körperliche Gewalt erfährt Emma Foster in der Serie ebenso wie psychische Gewalt. Entwertung, Gaslighting, Love Bombing, Silent Treatment – all das, was manipulative Menschen ihren „Partnern“ (besser „Opfern“) antun.

Lebensecht gespielt – schonungslos auf den Punkt

Die Hauptdarstellerin spielt so klar und hart, man hat manchmal das Gefühl sie hätte die eigenen Gedanken und Gefühle aufgegriffen. Es ist schonungslos, es ist am Limit. Aber es ist auf den Punkt. So ist es, wenn man nackt dasteht. Verletzt und enttäuscht, wenn die Gefühle Achterbahn fahren und man plötzlich Wut empfindet, Rachegedanken und selbst zu Mitteln greift die einen vorher selbst verletzt haben. Genau so.

Ich finde die Serie ist sehenswert für alle die weit genug in der Verarbeitung sind. Ich habe mir beide Staffeln angeschaut, habe oft geweint und oft Pause gemacht. Aber ich empfand es auch als lehrreich. Weil es irgendwie wie ein Blick auf die eigenen Erlebnisse ist, eine Rückblende.

Doctor Foster kann gestreamt werden bei Netflix und bei Amazon Prime  (Mit der kostenlosen Prime-Mitgliedschaft für 30 Tage kannst du die Serie locker kostenlos anschauen 😉 -> 30 Tage testen. )

Habt ihr die Serie bereits geschaut?

Wenn du selbst in einer destruktiven Beziehung feststeckst und Hilfe brauchst: Nein zu Gewalt und Missbrauch

Über den Autor

Die Stehauffrau bloggt über das Leben nach toxischen Beziehungen, die schönen Dinge des Lebens und den Weg dorthin. Stehauffrau steht für eine Frau die den Weg vom Opfer zur selbstbestimmten Frau gegangen ist.

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