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Narzissenkinder – Monika Celik

Monika Celik hat das Buch „Narzissenkinder – Wenn Töchter unter narzisstischen Müttern leiden“ veröffentlicht. Wenn die eigene Mutter eine Narzisse ist kann die Kindheit mehr als schwierig sein.

Sie bloggt auch über genau dieses Thema auf https://www.mcscript-office.de/. 

254 Seiten verschlungen

Es passiert selten dass ich ein Sachbuch zur Hand nehme und es in einem Zug durchlese. Bei diesem hier war das so. Schon das erste Kapitel sprach mich sofort an. Monika Celik ist selbst Betroffene und man merkt: Sie weiss worüber sie da schreibt. Ich weiss nicht wie oft ich zustimmend nickte, den Kopf schüttelte und wie oft ich dachte „Ja! So war das bei meiner Mutter auch!“. Als würde das Buch mit mir sprechen. Sie wählt eine passende Sprache und bringt die Problematiken die narzisstischer Missbrauch mit sich bringt auf den Punkt. Oft schonungslos, ja, aber immer passend. Schön ist die Mischung aus Sachinformation, eigenen Erlebnissen, Erlebnissen Betroffener und Tipps&Tricks. Das ist wirklich gut gelungen. Auch die Führung durch das Buch ist schlüssig, es baut alles aufeinander auf.

Insgesamt sind es 28 Kapitel die sich allesamt um die „Narzisse“ drehen. Welche eine Freude für so manche Narzisse, möchte man sarkastisch denken. Von der Begriffserklärung über die Berichte anderer Betroffener bis hin zu Lösungsansätzen findet sich in diesem Werk alles. Ganz besonders aber eine Botschaft:

Es ist nicht deine Schuld!

Das schreibt die Autorin auch immer wieder und ich finde das sehr gut. Es mag wie ein Mantra klingen, ist aber dennoch wichtig. Denn bei allem was Betroffene erlebt haben ist genau hier der Punkt: Wir sind nicht schuld. Wir waren nicht zu fett, zu hässlich, zu dumm.

Wenn die eigene Geschichte typisch ist

Bei manchen Berichten von Betroffenen habe ich innerlich Gemeinsamkeiten zu meiner Kindheit gefunden. Wie sehr sich doch die Verhaltensweise ähneln und wie sehr es uns als Betroffene auch noch weit ins Erwachsenenalter hinein verfolgt. Auch hier beruhigt Monika Celik die Leserin, es gibt immer einen Punkt an dem ansetzen kann und es ist nie zu spät. Eine Erkenntnis die ich als hilfreich empfinde.

Als selbst Betroffene (Himmel-Höllen-Ritt (1) – Kindheit mit einer Narzisstischen Mutter) fand ich mich in nahezu allen Kapiteln irgendwo wieder. Und oftmals teilte ich die Ansicht der Autorin dass viele Begebenheiten für einen objektiven Außenstehenden absurd anmuten dürften. Aber für uns war das Realität und für viele ist es das noch.

Wer also noch ergründen möchte ob die eigene Mutter eine Narzisse ist, findet im hinteren Teil des Buch eine nicht vollständige Checkliste. Wer es bereits ahnt wird bei diesem Buch weitere Erkenntnisse gewinnen können und vielleicht auch ein Stück Sicherheit, denn die Berichte der anderen betroffenen Frauen sind nicht mehr oder weniger erschreckend als das selbst erlebte. Schön finde ich auch, dass die Autorin der Thematik Gaslighting und Flying Monkeys jeweils eigene Kapitel gewidmet hat. Diese beiden Taktiken von Narzissten sind oft unterschätzt und leider allzu oft eingesetzt.

Auch die Linksammlung zum Abschluss bietet viel Möglichkeiten zur Information. Im Prinzip empfand ich das Buch auch als einen Anreiz zur Selbstreflexion, es hatte parallel dazu etwas angenehm beruhigendes („Ich bin nicht verrückt!“) und dürfte für manch einen auch schlicht erhellend sein. Bei all dem schreibt Monika Celik aber so, dass man als Leser nie das Gefühl hat man würde belehrt.

Schönes Buch als Einstieg zur Selbsthilfe und als Möglichkeit der Selbstreflexion.

Narzissenkinder: Wenn Töchter unter narzisstischen Müttern leiden
Monika Celik
ISBN 978-3466347384
Broschiert, 18 €, auch erhältlich für Kindle

Über den Autor

Die Stehauffrau bloggt über das Leben nach toxischen Beziehungen, die schönen Dinge des Lebens und den Weg dorthin. Stehauffrau steht für eine Frau die den Weg vom Opfer zur selbstbestimmten Frau gegangen ist.

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