Diesen Satz sagte mein narzisstischer Ex-Mann zu mir.
Nicht im Streit.
Nicht im Affekt.
Sondern als Selbstverständlichkeit.
Ein Satz, der sich anhört wie Überlegenheit –
und in Wahrheit ein Lehrbuchbeispiel für Entmenschlichung ist.
Denn wer behauptet, aus einem anderen Menschen „erst einen Menschen gemacht“ zu haben,
spricht ihm rückwirkend seine Würde ab.
Er erklärt sich selbst zum Schöpfer
und den anderen zum unfertigen Objekt.
Das ist keine Liebesgeschichte.
Das ist Macht.
Die versteckte Botschaft hinter solchen Sätzen
Solche Aussagen funktionieren nicht laut.
Sie wirken leise.
Sie nisten sich ein.
Plötzlich steht da die Frage im Raum,
ob man ohne diese Person überhaupt vollständig war.
Ob man ohne sie weniger zählt.
Ob man dankbar sein müsste –
für etwas, das sich rückblickend wie Verlust anfühlt.
Das ist kein Zufall.
Das ist Kontrolle durch Sprache.
Wenn Definition zur Waffe wird
Narzissten definieren gern.
Wer du bist.
Was du kannst.
Was du ohne sie wärst.
Nicht, um dich zu sehen –
sondern um sich über dich zu stellen.
Denn wer dich „macht“,
kann dich auch wieder kleinreden.
Oder dir jederzeit das Menschsein absprechen,
sobald du nicht mehr funktionierst.
Die Wirkung: innere Verschiebung
Viele Betroffene berichten nicht von einem einzigen Moment,
sondern von einer schleichenden Verschiebung.
Von Selbstzweifeln,
die nicht zu ihnen passten.
Von Schuldgefühlen,
die nie ihre waren.
Von der stillen Annahme,
man müsse sich erst wieder „verdienen“.
So beginnt Entfremdung von sich selbst.
Selbstermächtigung ist kein Aufstand
Sie ist Klarheit.
Selbstermächtigung beginnt nicht mit Parolen.
Sondern mit dem inneren Schritt,
diese fremde Definition zurückzugeben.
Nicht wütend.
Nicht dramatisch.
Sondern entschieden.
„Das ist deine Geschichte über mich.
Nicht meine.“
Raus aus dem Opferstatus – aber richtig
Opferstatus ist kein Schimpfwort.
Er beschreibt eine Realität.
Problematisch wird er dort,
wo man darin festgehalten wird –
von Tätern, von Systemen,
oder von einer Erzählung, die keine Entwicklung zulässt.
Raus aus dem Opferstatus heißt nicht:
Vergiss, was war.
Es heißt:
Ich lasse nicht zu, dass das Geschehene mein ganzes Sein erklärt.
Selbstverantwortung ist kein Schuldeingeständnis
Selbstverantwortung wird oft missverstanden.
Als „Du hättest früher gehen müssen.“
Als „Du hast es zugelassen.“
Nein.
Selbstverantwortung ist die bewusste Rücknahme der eigenen Kraft.
Aus fremden Händen.
Aus alten Deutungen.
Aus Sätzen, die nie der Wahrheit dienten.
Die Wahrheit ist einfach – und unbequem
Ich wurde nicht von ihm gemacht.
Ich habe mich erinnert.
Und diese Erinnerung darf wachsen.
Still. In deinem Tempo.
Ohne Beweislast. Ohne Eile.
FireMora ist ein Raum für genau diesen Moment:
wenn du beginnst, deine eigene Geschichte wieder zu spüren –
im Körper, nicht im Kampf.
Nicht, um etwas zu „überwinden“,
sondern um dich selbst langsam zurückzuholen.
Du darfst schauen.
Du darfst bleiben.
Du musst nichts beweisen.
Dein Weg beginnt dort,
wo deine Wahrheit wieder Platz bekommt.
Zum Kurs – FireMora


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