KeineGewalt

Nein zu Gewalt und Missbrauch

Wenn du auf dieser Seite gelandet bist, hast du nach bestimmten Begriffen gegoogelt oder in einem der sozialen Netzwerke nach Hilfe gesucht. Das ist ein erster Schritt. Stehauffrau wird gemacht von  Frauen mit Geschichte. Jede ist unterschiedlich, aber sie haben alle eines gemeinsam: Gewalt, Erniedrigung, Demütigung über Jahre. Wir sprechen aus Erfahrung. Sowohl der bitteren Erfahrung Opfer von häuslicher Gewalt gewesen zu sein, als auch der Erfahrung sein Leben wieder lebenswert zu gestalten, befreit von Gewalt jeglicher Art.

„Aber er/sie hat mich nie geschlagen“

Vielleicht hast Du genau das gerade gedacht. Vielleicht hast du diesen Satz auch schon ausgesprochen.

Gewalt ist Gewalt, es ist egal ob sie körperlicher oder psychischer Natur ist, sie schmerzt.

Wahrscheinlich gehörst auch Du zu den Opfern, die „über sowas“ nicht sprechen.  Weil Du dich schämst. Oder weil Du denkst es wäre deine Schuld. Oder weil Du Angst hast die Worte zu hören. Denn wenn Du sie aussprichst, sind sie nicht länger „nur“ ein Gedanke. Sie werden Realität. Bitte sprich es aus, laut und am besten wenn jemand dem Du vertraust dabei ist. Es ist real. Es tut weh. Es passiert Dir. Jedes Mal wieder, wenn Du nicht den Schritt wagst und dem ein Ende setzt.

Wir waren Opfer, jetzt sind wir starke Frauen

Wir alle vier waren Opfer. Lange Jahre. Jede von uns wurde gequält, gedemütigt und erniedrigt, psychisch und/oder physisch. Wir tragen alle Narben bei uns, manche von uns am Körper, aber jede auf der Seele. Wir sind geflüchtet, als Opfer. Jede von uns hat ihr Zuhause verlassen weil Sie sonst weiterer Gewalt ausgesetzt gewesen wäre und ihr Leben in Gefahr war. Das ist Vergangenheit. Wir sind heute starke Frauen, weil wir geflüchtet sind, weil wir Hilfe erhalten haben und weil wir leben wollten – gewaltfrei.

Hier einige Erfahrungen: Kindheit mit einer Narzisstischen Mutter

Hilfe – online und offline

Wenn Du dich entschieden hast Hilfe zu suchen, lies Dir diese Seiten hier durch:

  • Frauen gegen Gewalt e.V. – Ein Netzwerk mit der Möglichkeit Beratungsstellen in deiner Nähe zu suchen und erste Informationen zu erhalten.
  • Anti Violence Awarness – Schwerpunkt Häusliche Gewalt mit Hilfestellung zum Gewaltschutz, Strafantrag und Flucht.
  • Frauenhauskoordinierung – Frauenhaussuche für Deutschland und Informationen zu häuslicher Gewalt.

Alternativ suche nach der Beratungsstelle an deinem Heimatort. Meistens heissen die Vereine „Frauen helfen Frauen“ , die AWO, Caritas oder der Weiße Ring können bei der Suche helfen.

Ein offenes Ohr findest Du zu jeder Uhrzeit beim Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 08000 116 016 . Anonym und vertraulich.

Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Erfahrungsberichte zu Frauenhäusern: Das Frauen – Vorurteile und Mythen (1)Das Frauen – Vorurteile und Mythen (2) 

Ratschläge aus eigener Erfahrung

Wenn Du noch nicht so weit bist jemandem von deiner Lage zu erzählen, können und wollen wir Dir an dieser Stelle ein paar Dinge ans Herz legen:

Es ist nicht deine Schuld! – Bitte halte Dir dies immer wieder vor Augen! Niemand hat das Recht Dich zu schlagen, deine Intimsphäre zu verletzen, dich zu erniedrigen, dich zu demütigen. Niemand. Auch nicht dein Freund/Ehemann/Vater/Bruder, deine Freundin/Ehefrau/Mutter/Schwester.

Sammle Beweise – Psychische Gewalt ist schwer zu beweisen, da die Täter in den meisten Fällen vor Dritten nicht auffällig werden. Sammle entsprechende Beweise. Speichere SMS, Whats App Nachrichten, Facebook Chats und so weiter an einem Ort den nur Du kennst. Oder mache Screenshots und schicke diese an eine Person deines Vertrauens. Es kann auch helfen Audioaufnahmen zu erstellen von den Ausbrüchen, diese sind zwar nicht vor Gericht verwertbar, aber sie sind anfangs ein Beweis.

Physische Gewalt ist beweisbar. Insbesondere raten wir Dir einen Arzt aufzusuchen und deine Verletzungen dokumentieren zu lassen. Ist Dir der Arztbesuch nicht möglich, mache Bilder oder Videoaufnahmen von den Verletzungen und speichere diese an einem sicheren Ort ab, alternativ schicke Sie an eine Person deines Vertrauens.

Führe Tagebuch – Gerade wenn Du in einer längeren Beziehung / Ehe steckst und die Gewalt sich schon über Jahre zieht, kann es sehr hilfreich sein die Ereignisse zu notieren. Im Laufe der Jahre passieren viele unfassbare Dinge, du wirst Dich an einzelne Episoden nicht mehr erinnern können. Mache Dir Notizen, dies hat auch den positiven Effekt, dass dieses Ereignis dann nicht mehr in deinem Kopf ist, sondern auf Papier gebannt.

Vertraue Dich jemandem an – In den meisten Fällen isoliert der Täter sein Opfer gekonnt von der Umwelt. So war es bei uns vier auch. Der Sinn dieser sozialen Isolation ist die Hürde mit jemandem über die Ereignisse zu sprechen. Durchbrich diese Barriere! Auch wenn Du dich schämst und/oder du Angst hast, versuche Dich jemandem anzuvertrauen. Wenn du niemanden hast, schau unter „Kontakt“ und schreib uns.

Der Ausweg ist die Flucht – Mach Dir klar, dass du ihn/sie nicht ändern kannst. Es gibt ein altes Sprichwort: „Wer einmal schlägt, schlägt immer“ – Es trägt viel Wahrheit in sich. Wenn deine Grenzen bereits verletzt wurden, egal ob körperlich oder seelisch, wird es wieder passieren. Täter laben sich an der Unfähigkeit ihrer Opfer sich zu wehren. Stell Dir selbst die Frage ob Du ihn/sie in Schutz nehmen solltest, welche Gründe sprechen dafür? Und wenn du Gründe findest, sind dieses es wert DICH zu verlieren? Kontaktiere eine Beratungsstelle oder ein Frauenhaus und bereite deine Flucht vor.

In akuten Notsituationen raten wir Dir die Polizei anzurufen, Dich möglichst an einen sicheren Ort zu begeben und das nächste Frauenhaus zu kontaktieren! 

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