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Kalifat – Glaube und Krieg

Netflix hat schon im April eine Serie rausgebracht bei der ich zunächst skeptisch war. Kalifat, 1 Staffel, 8 Folgen. Schon in der ersten Folge war ich überrascht, fassungslos und berührt. Kailfat ist eine schwedische Produktion und als Fan der nordischen Krimis, Thriller und Dramaserien kann ich nicht nein sagen. Aber die 8 Folgen haben es in sich.

Unterschiedliche Frauen, eine Geschichte

Starke Frauenrollen sind hier zu finden, sie sind verbunden durch ein Netz des fehlgeleiteten Glaubens, durch Sehnsucht und Verblendung.

Pervin, eine junge Schwedin muslimischen Glaubens hat Husam geheiratet. Ihr Mann ist IS Mitglied und glaubt er kämpft für eine gute Sache. Sie hingegen zweifelt immer mehr an der Sache selbst und vor allem mit den Umständen in Raqqa, ihrer neuen Heimat. Sie will sich und ihr Kind zurück nach Schweden bringen und entscheidet dem schwedischen Geheimdienst im Austausch gegen ihre Ausreise Informationen zu liefern. Pervin muss einmal mehr lernen, dass sie als Frau in einer Welt regiert von Männern nicht viel wert ist. Ihre Flucht gestaltet sich schwierig und letztlich bezahlt sie einen hohen Preis dafür.

Die Mädchen Kerima, Sulle und Miryam wachsen eher westlich geprägt in Schweden auf und geniessen die Freiheit dort. Eine lässt sich jedoch einwickeln von einem charismatischen jungen Mann und trifft eine fatale Entscheidung. Alle drei Mädchen lernen sehr schnell wie sich die Definitionen von „Paradies“ unterscheiden können. Auch sie zahlen einen hohen Preis für ihre Naivität und ihr Vertrauen.

Fatima ist beim Geheimdienst und drängt Pervin zu waghalsigen Entscheidungen. Einerseits will sie Pervin und ihr Kind retten, andererseits ist sie vom Ehrgeiz gepackt.

Glaube versetzt Berge

Was Kalifat sehr gut darstellt ist die Methode des Einwickelns. Wie jemand in die Falle gelockt wird und dann angefüttert wird mit Versprechungen und dann – notfalls mit Gewalt – gehalten wird. Gerade das Anwerben von zukünftigen Schwarzen Witwen, von Selbstmordattentätern und die Ideologie des Glaubens werden hier sehr gut und ohne viel Schnick Schnack dargestellt. Insofern ist die Serie durchaus kontrovers zu betrachten, stellt aber leider in einigen Bereichen wohl die Realität dar.

Wie ein Rattenfänger zieht Ibbbe, ein charismatischer junger Mann, durch Schweden und sucht sich potentielle Opfer. Durch seine Erscheinung und die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen zieht er insbesondere junge Mädchen in seinen Bann. Nicht zu vergessen die Konvertiten. Hier wird zwar ein Stereotyp bedient, die Methoden dürften sich aber gleichen.

So versetzt der Glaube, gleich welcher Art, eben doch Berge.

Sehenswert, weil Kalifat auf den Punkt ist und auf Special Effekts verzichtet.

Über den Autor

Die Stehauffrau bloggt über das Leben nach toxischen Beziehungen, die schönen Dinge des Lebens und den Weg dorthin. Stehauffrau steht für eine Frau die den Weg vom Opfer zur selbstbestimmten Frau gegangen ist.

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