Seelenhaus

Warum Therapie? – 5 Gründe

Nach Gewalterfahrung, nach der Erfahrung einer (oder mehrerer) toxischen Beziehung, kurzum nach traumatischen Erfahrungen, solltest Du dich in Therapie begeben. Die meisten Menschen denken eine Therapie sei etwas für kranke Menschen, für gestörte Menschen. Dem ist nicht so. Therapie ist Hilfe. Hilfe zur Selbsthilfe. Du liegst auf keinem roten Sofa und redest einfach nur, du arbeitest an Dir selbst und der Verarbeitung.

„Es ist für mich ein gesellschaftliches Missverständnis, dass Leute, die in Therapien gehen, kranke Menschen sind. Für mich sind das die gesündesten, weil sie merken, hier stimmt etwas nicht was man sich mal angucken muss.“ – Nora Tschirner

5 Gründe in eine Therapie zu gehen

  1. Hilfe annehmen  – Du hast in deinem Leben bisher entweder nicht oder nur sehr selten um Hilfe gebeten. Es gibt aber Dinge, da braucht man Hilfe weil sie einfach allein nicht machbar sind. Eine Therapie bedeutet genau das: Hilfe zur Selbsthilfe annehmen, Dir werden Türen geöffnet die du bisher nicht gesehen hast, du wirst Wege finden, die du bisher nicht kanntest und vor allem kannst du alles einmal „von aussen“ betrachten.
  2. Dich kennenlernen – Innerhalb einer Therapie kannst und wirst Du dich wirklich kennenlernen. Du kannst ohne Angst einfach mal sehen wer du bist und du kannst anfangen Dir Gedanken zu machen wer du sein möchtest. Du kannst ausserhalb des vorgegebenen Rahmens die Gedanken kreisen lassen. Du kannst zurückblicken und du kannst vorausschauen. Beides geht natürlich auch allein, aber mit Anleitung für den anderen Blick ist es hilfreicher.
  3. Verarbeitung – Der wahrscheinlich wichtigste und gleichzeitig schwierigste Aspekt: Verarbeitung des Erlebten. Die Wunden auf deiner Seele sind manchmal deutlich tiefer als angenommen. Die Verletzungen der Vergangenheit viel schmerzhafter als gefühlt. Viele verkapseln sich nach solchen Erlebnissen und leben in einer Art Kokon. Erinnerungen werden einfach weggeschlossen und sind doch häufig der Schlüssel zu so vielen Fragen. In einer Therapie kannst du lernen all diese Dinge zu verarbeiten, im geschützten Rahmen.
  4. Zulassen – Dieser Punkt knüpft eigentlich an die Verarbeitung an. Zulassen ist wichtig. Gefühle zulassen, Meinung zulassen und so vieles andere. Wenn du traumatische Erfahrungen gemacht hast und psychischen Missbrauch erlebt hast, ist das Zulassen ein wichtiger Punkt. Weil du es kannst, weil du es darfst. Fühle deinen Körper und spüre deine Emotionen. Lass zu dass du Schwäche zeigen kannst, denn das wird Dich stark machen. Und alles im geschützten Rahmen.
  5. Neu anfangen – Jeder von uns trägt sein Päckchen, wie es so schön heisst. Es stimmt, aber manche sind eben schwerer und voller. Nach einer Therapie, nach der Verarbeitung und mit der Erkenntnis dich selbst zu kennen, kannst du neu anfangen. Du kannst dein Leben endlich so leben wie Du es möchtest. Du kannst Dinge tun, vor denen du Angst hattest. Du kannst Dinge fühlen und sie geniessen. Das ist es wert.

Und nein, du bist nicht krank oder es stimmt etwas mit Dir nicht wenn du eine Therapie machst. Es zeigt dass du erkannt hast, dass du Hilfe brauchst. Und das ist Stärke.

 

Über den Autor

Die Stehauffrau bloggt über das Leben nach toxischen Beziehungen, die schönen Dinge des Lebens und den Weg dorthin. Stehauffrau steht für eine Frau die den Weg vom Opfer zur selbstbestimmten Frau gegangen ist.

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